Forschungsprojekt „Historisches Lernen an außerschulischen Lernorten“

 

Das Museum geht nicht nur neue Wege in der Ausstellungsvermittlung und Museumspädagogik in der alltäglichen Praxis. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Hirnforschung und Neurologie, der Psychologie des Lernen und der Wahrnehmung sowie der Gedächtnisforschung sind auf ihre Relevanz für „historisches Lernen“ zu überprüfen. Dabei unterstützt das Museum  in den nächsten drei Jahren ein Promotionsvorhaben von Herrn Lukas Aufgebauer zum Thema „Das Museum als außerschulischer Lernort und Element von Geschichtskultur“, das am Lehrstuhl Didaktik der Geschichte mit dem fachlichen Schwerpunkt Neuere und Neueste deutsche und europäische Geschichte (seit dem späten 18. Jahrhundert) der Hochschule Vechta unter der Betreuung von Prof. Dr. Eugen Kotte entsteht. Herr Aufgebauer ist langjähriger wissenschaftlicher und museumspädagogischer Mitarbeiter des Museums im Zeughaus.  

 

 

Forschungsprojekte „Historische Wegeforschung“

 

Seit 2005 hat das Museum Vechta den Verlauf von historischen Wegen, die von Pilgern auf der Teilstrecke Bremen-Osnabrück des Baltisch-Westfälischen Wegs der Jakobspilger benutzt wurden, erforscht. Mit der Veröffentlichung eines Pilgerführers konnte eine wichtige Etappe der Forschungsarbeit abgeschlossen werden.

 

 

Forschungsprojekte „Experimentelles Mittelalter“

 

2001 wurde am Museum im Zeughaus das „Zentrum für Experimentelles Mittelalter“ gegründet. Neben seiner Funktion als Bildungszentrum hat es sich zum Ziel gesetzt, mit experimentellen Forschungen Kultur- und Handwerkstechniken des Mittelalters zu rekonstruieren und wieder zu beleben. Zur Darstellung der Arbeit des Zentrums sowie der engen Verzahnung von Forschen, Bewahren und Vermitteln im Museum im Zeughaus soll im Folgenden das Projekt „Alexanderstoff vorgestellt wurde:

Die Reproduktion des Alexanderstoffes (Byzanz 8./.9. Jahrhundert) In der Propsteikirche St. Georg in Vechta werden als wertvollster Kirchenschatz die Alexander-Arme aufbewahrt. Ursprünglich in Wildeshausen beheimatet, kamen sie im Zuge des Dreißigjährigen Krieges nach Vechta. Im linken Arm befindet sich noch heute eine 24 cm lange dünne Elle, dreifach in Stoffe gehüllt. Sie ist lose in einen sandfarbenen Leinenstoff, in eine gelbe Seide und zuletzt in einen dunkelblauen gemusterten Seidenstoff eingewickelt. Der letztere, der die Elle unmittelbar umhüllt, gehört vermutlich zum ursprünglichen Bestand des Reliquiars. Laut kunsthistorischer Untersuchung von Géza Jászai ist der Stoff „in Byzanz im 8./ 9. Jahrhundert entstanden. …. Die Auffindung dieses Reliquienstoffes bereichert unsere Kenntnisse von der byzantinischen Textilkunst des frühen Mittelalters und mahnt zugleich zu sorgsamerem Umgang mit solchen kostbaren ‚kleinen Funden’.“ Eingedenk dieser Mahnung von Géza Jászai hat das Museum im Zeughaus in seiner Unterabteilung des „Zentrums für Experimentelles Mittelalter“ den Alexanderstoff nachweben lassen. Zum einen wurde ein Rapport in der Garnstärke des Originalstoffes, Gesamtgröße 8 cm x 9,5 cm, gewebt werden. Zur besseren Visualisierung wurden ferner fünf Rapporte in einer dickeren Garnstärke in der Gesamtgröße von 106 cm x 36 cm hergestellt. Mit diesen Repliken ist es in der Zukunft nicht mehr nötig, zu möglichen Ausstellungszwecken die Armreliquie zu öffnen, um den Stoff zu präsentieren. Mit der fachlichen Kompetenz der Webermeisterin Doris Arendholz, Diepholz, die für ihre historischen Repliken und liturgischen Webarbeiten ausgezeichnet wurde, konnte das Museum eine Person finden, die in der Lage war, den Alexanderstoff nach Augenscheinnahme und entsprechenden experimentellen Webproben nachzuweben. Die Webarbeiten und die damit notwendigen experimentellen Probearbeiten wurden fotografisch dokumentiert. Eine Publikation hierzu ist in mehreren Fachzeitschriften erschienen. Die Stoffrepliken werden in der Dauerausstellung „Mittelalter“ im Museum präsentiert, zusammen mit dem schriftlichen Bericht (Faksimile des Originaltextes) über die „Translatio und Miracel“ der Alexanderreliquien von 850 n. Chr.. Weitere abgeschlossene Forschungsarbeiten liegen mit der Publikation über Hebelwurfmaschinen und den Auswertungen der Ausgrabungen an der ehemaligen Burg Vechta vor. 2008 soll noch der Nachbau eines mittelalterlichen Schiffes in Kooperation mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven abgeschlossen werden.

 

 

Die Projekte der „Vergleichenden Regionalforschung“ an Museen

 

Mit den ersten gemeinsamen Projekten, den Ausstellungen „Kino ist das Größte“ / 1999 und „Pack die Badehose ein“ / Juli 2001 und „Musik und Tanz“ / 2004 mit entsprechenden Ausstellungskatalogen ist für 2009 eine Ausstellung zum Thema „Sport im ländlichen Raum“ geplant. Das Forschungskonzept sieht vor, mit Hilfe einer Reihe von Detailuntersuchungen eine breit angelegte Daten- und Materialbank anzulegen, auf deren Basis allgemeine Aussagen zur Regionalgeschichte unterschiedlich konfessionell und kulturgeschichtlich geprägter Räume entwickelt werden können.  

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