Name und Geschichte des Museums

 

Der Begriff Zeughaus wird bei den Brüdern Grimm in ihrem Deutschen Wörterbuch mit den Worten umschrieben: Ein Gebäude zur Aufbewahrung aller Art von Zeug, von Rüstungen, Waffen und Geschütz und sonstigem Kriegsgerät oder –vorrat wie Pulver, Salpeter…, oft mit Einrichtungen zum Herstellen und Ausbessern verbunden. Zeug bedeutet eigentlich das Ziehen, das Mittel zum Ziehen. Daraus entwickelten sich Bedeutungen wie Mittel, Gerät, Stoff, Vorrat. Darüber hinaus vermitteln die zum gleichen Wortstamm gehörenden Wörter wie Zeuge – das Ziehen vor Gericht, Zeugnis – vor Gericht durch Zeugen überführen, das Verb zeugen – Zeug, Gerät usw. anschaffen oder herstellen, erschaffen, erzeugen einen Eindruck von der Vielschichtigkeit der Wortbedeutung. Das Museum im Zeughaus steht auf dem Gelände der ehemaligen Zitadelle, die von 1666 bis 1769 als Festungsanlage der Stadt Vechta vorgelagert war. Das Gebäude wurde im Auftrag des Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg (1688 – 1706) im Jahre 1698 an der Stelle eines Vorgängerbaues errichtet. Es ist das älteste, noch erhaltene militärische Nutzgebäude des ehemaligen Fürstbistums Münster und besitzt damit überregionale Bedeutung. Das Baumaterial stammte z. T. von der mittelalterlichen Burg Vechta, die zur gleichen Zeit abgerissen wurde. Von seiner Errichtung bis anno 1769 als Waffenspeicher (Zeughaus) der Festung genutzt (siehe das kanonensichere Gewölbe im 1.Obergeschoß), diente es nach der Schleifung der Festungsanlage zunächst als Kornmagazin. Seit 1815 bis zum Mai 1991 verwendete die Justizbehörde es als Arbeitshaus, Gefängnis und Verwaltungsgebäude (siehe sechs Gefängniszellen im Erdgeschoß). Das von der Stadt Vechta 1986 erworbene Gebäude vereint heute u. a. die verschiedenen historischen Nutzungen in seinen noch vorhandenen Originalräumlichkeiten. Das Museum im Zeughaus wurde am 25. April 1997 offiziell nach vier Jahren Bauzeit und Restaurierung seiner Bestimmung übergeben. Entscheidend bei allen architektonischen Fragen während des Umbaues war die Konzeption, die Originalräumlichkeiten des ehemaligen Zeughauses wieder sichtbar zu machen. Auf diese bezieht sich das vielseitige Dauerausstellungskonzept. So besitzt die Stadt Vechta kein Zeughausmuseum (= militärisches Ausrüstungsmuseum) sondern ein historisches „Museum im Zeughaus“. Allein: Es reicht nicht aus, das Zeughaus als Gebäude für sich zu betrachten. Es sollte in den gesamten Kontext der Zitadelle gestellt werden, zu der z. B. auch Wohngebäude, Verwaltung, Kirche, Hospital, Werkstätten, Bäckerei und Brauerei gehörten. Zum Museumskonzept muss deshalb gehören, über Originalräumlichkeiten, Ausstellungen oder rekonstruierte Gebäude soviel wie möglich von der alten Funktionalität und der Geschichte der ehemaligen Zitadelle zu präsentieren.

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